Ich hab mich endlich selbst gefunden, ich stand direkt neben mir

endlich ankommen wollen ….im Urlaub….im Feierabend oder sonstwo. Kennst Du das auch? Die Sehnsucht endlich anzukommen? Alles hinter Dir lassen, was Du nicht magst? Den Job, den stressigen Alltag oder nervige Verpflichtungen? Oder den Gedanken einfach mal bei Dir selbst anzukommen?  Dich wahrzunehmen ohne Ablenkung. Wir wünschen uns an einen Ort,den wir einfach lieber mögen, als das was uns gerade in der Realität erwartet.Manchmal ist es aber auch so, dass wir obwohl wir im Urlaub oder schon im Feierabend sind ,noch mit dem Kopf in anderen Situationen gefangen bleiben, die wir gar nicht so gern mögen. Eine Beleidigung, eine ungelöste Aufgabe im Job oder der Trubel im Straßenverkehr, wir sind dort. Häufig nehmen wir solche Situationen als Leid wahr und wir haben Stress, wir werden unruhig oder müde, weil die Realität nicht die ist, die wir uns wünschen oder die Realität nicht verschwindet, die wir nicht mögen.

So teilen wir das Leben in raga und dvesha, in Habenwollen und Nicht-Habenwollen ein.Im Yoga beschreiben wir dies alles als Aktivitäten des Geistes (vritti) und das Leid, das wir durch diese Unterteilung spüren,bezeichnet die yogische Philosophie als kleshas. Dieses Leid entsteht durch unseren Grundirrtum,dass wir glauben wir sind, was wir wahrnehmen:Name, Körper, Gedanken oder Emotionen. Wir formulieren innere Strategien, was wir mögen und nicht mögen. Der Zustand unseres Bewusstseins ist jedoch sehr wechselhaft. Das, was wir im einen Moment abgöttisch verlangen, kann im nächsten Moment ein Gefühl des Hasses oder des Überdrusses erzeugen. Wir sehen immer nur eine Seite der Münze.Wir schwanken, unsere Gedanken, unsere Emotionen und das was wir als Ich bezeichnen ist nicht stabil. Wir erleben ein Auf und Ab und leiden. Auch schöne Gedanken können uns verwirren: wir finden etwas so schön, dass wir nach einer ständige Wiederholung verlangen, falls dies nicht geschieht, weil z.B. der Jahresurlaub verbraucht ist , setzt der innere Sturm ein. 

Hier findet eine Verwechslung statt, eine Verwirrung. Wir identifizieren uns mit dem Wahrgenommenen. Doch wenn ich das alles nicht bin, was oder wer bin ich dann? fragst Du Dich vielleicht jetzt. Und wie kann ich mich in den Tiefen meines Dramas daran erinnern wer ich wirklich bin ? 

Du bist das reine Gewahrsein dahinter. Vielleicht magst Du mal hinein spüren: Wer beobachtet dies alles? Es scheint jemanden zu geben, der dies beobachten kann. All die Emotionen. All die Gedanken . All die Handlungen. Wenn es jemand gibt, der dies beobachtet muss es ja jemand sein, der außerhalb dieser Szenen besteht. Wenn Du einen Fahrradfahrer auf der Straße beobachtest, kannst Du ganz klar erkennen,dass Du nicht der Radfahrer bist, Du bist der Beobachter.

Indem wir das Erlebte als Ich benennen, findet genau diese Verwirrung unseres Geistes statt, wir denken wir sind der Radfahrer, obgleich wir eigentlich nur der Betrachter sind.

 Nun bist Du gerade schon dabei die erste Übung zu praktizieren: Nimm den Beobachter wahr. Wenn die Wellen des Dramas über Dir zusammenschlagen, gehe auf die Suche nach dem Beobachter. 

Der Sog unserer Gedanken und Emotionen sind mächtig. Um immer mehr Bewusstsein für diesen Prozess zu entwickeln hilft es, kleine Breaks in den Tag einzubauen, kleine Bewusstseins-Tankstellen. Eine Minute reicht aus. 

Hier noch eine kleine Übung für Dich: 

Schule Deinen Beobachter, gehe von außen nach innen. Nimm die Geräusche in Deiner Umgebung wahr, gehe von einem Geräusch zum nächsten, ohne die Quelle zu erforschen, 

danach lausche auf die Geräusche Deines Körpers,höre auf Deinen Atem, vielleicht kannst Du auch Deinen Pulsschlag hören,

Wenn Du Gefühle wahrnimmst, nimm genau wahr, wo Du diese spürst, im Bauch? Oder im Brustraum? Wiederhole dann den Satz: Gefühl im Bauch, Gefühl im Bauch, achte darauf, egal was für ein Gefühl Du wahrnimmst nur das Wort Gefühl zu nutzen, nicht das genaue Gefühl wie Wut oder Angst zu benennen. Konzentriere Dich auf das jeweilige Körperteil und sage Dir :Gefühl im…. Lenke Deine Aufmerksamkeit für ein paar Minuten von einem Teil zum anderen.

Mir hilft es im Alltag ganz besonders mir kleine Seperatoren zu setzen: wenn ich z.B.von der Arbeit nach Hause komme, einen Moment der Stille. So trenne ich die einzelnen Tagesabschnitte voneinander und schaffe Raum, um anzukommen.

So schulst Du Deinen Beobachter und kannst bei regelmäßiger Übung wahrnehmen, wie sich immer mehr Raum für Bewusstsein und Zufriedenheit entwickelt. 

Ich wünsche Dir für Deine Zeit ganz viel Raum und Ankommen…

Jessica Chandrika

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